9. Februar 2018 (Miet- und Wohnungsrecht)

Kostensparend, umweltschonend und gesünder - Sinnvoll heizen

Jedes Jahr aufs Neue treibt die Heizkostenabrechnung vielen Mietern den Schweiß auf die Stirn. Zu Recht, denn die Heizkosten machen in der Regel den größten Teil der Betriebskosten aus; nicht umsonst spricht man ja von der WARM-Miete. Laut dem bundesweiten Heizspiegel 2017 ist der energetische Zustand eines Gebäudes der wichtigste Grund für die großen Unterschiede im Energieverbrauch von Häusern gleichen Baualters. Doch auch Mieter können durch ihr Heizverhalten und mit Hilfsmitteln wie programmierbaren Heizthermostaten erheblich Kosten senken und die Umwelt schonen.

Richtiges Heizen ist wichtig für die Gesundheit. Ist es zu kalt, drohen Erkältungsinfekte, ist es zu warm, sind trockene Schleimhäute vorprogrammiert. Schimmelbildung kann durch bauliche Mängel am Gebäude, aber auch durch das Heiz- und Lüftungsverhalten hervorgerufen werden. Hier spielen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit eine wichtige Rolle.

Die größten Fehler

Die einen heizen durchgehend – selbst dann, wenn niemand zu Hause ist, was unnötig Energie verbraucht. Die anderen drehen ihre Heizung beim Verlassen der Wohnung oder auch über Nacht komplett aus, sodass es zu lange dauert, in der Wohnung wieder eine gute Grundtemperatur zu erhalten. Beides kostet unnötig Geld.

Komfort bekommen – Energie sparen

Wer Energie sparen und zugleich komfortabel heizen möchte, kann programmierbare Thermostate nutzen. Sie sind im Baumarkt oder auch im Discounter für wenig Geld zu bekommen und schnell und einfach gegen die ursprünglichen Thermostate am Heizkörper ausgetauscht. Legen Sie die alten Temperaturregler an die Seite, um sie bei einem Auszug wieder montieren zu können. Die Batterien, die Sie für die neuen Regler benötigen, halten in der Regel viele Jahre. Sie haben nur geringe Investitionskosten, die durch die Energieersparnis schnell aufgefangen werden.

Die Programmthermostate werden z.B. wochentagsgenau so eingestellt, dass Sie nur zu den Zeiten heizen, zu denen Sie in der Regel auch zu Hause sind. Nutzen Sie für jeden Heizkörper ein eigenes programmierbares Thermostat, können Sie die Räume individuell heizen (optimale Temperaturen für Ihre Wohnräume siehe Infokasten). Über Nacht kann z.B. die Raumtemperatur im Bad so herunter geregelt werden, dass Sie rechtzeitig vorm Duschen am nächsten Morgen wieder angenehm warm ist. So spart man es sich, morgens früher aufzustehen, um die Heizung hochzudrehen oder die ganze Nacht das Bad zu heizen, was auf der Endabrechnung eine große Ersparnis bringt. Einige Thermostate werden mit Fenstersensoren verkauft. Wird das Fenster zum Lüften geöffnet, schaltet sich die Heizung automatisch ab und springt erst dann wieder an, wenn das Fenster verschlossen ist. Experten sind sich einig, wer programmierbare Thermostate benutzt, spart etwa 10 Prozent Heizenergie ein.

Es gibt auch Programmthermostate mit WLAN-/Funkanbindung, die Sie über Ihr Smartphone bedienen können. So können Sie auch von unterwegs aus Ihre Heizung regeln, z.B. wenn Sie unvorhergesehen für einen längeren Zeitraum nicht zu Hause sind. Achten Sie bei solchen Smart-Home-Thermostaten darauf, welche Nutzungsdaten gesammelt werden und wie diese im Netzwerk gesichert sind (siehe Mieterforum 49).

Richtig heizen heißt richtig lüften

Lüften ist ein weiterer wichtiger Punkt für ein gutes Raumklima. Am wichtigsten: Lüften Sie nicht über gekippte Fenster! Hier haben Sie den größten Wärmeverlust und die größte Schimmelgefahr. Mauern und Möbel kühlen auf Dauer aus – trifft dann die warme Heizungsluft auf die kalten Flächen, entsteht Schimmel. Stattdessen: Mehrmals am Tag für 5-10 Minuten die Fenster in gegenüberliegenden Räumen zum Stoßlüften öffnen. Durch die Querlüftung kommt Frischluft in die Wohnung und verdrängt die verbrauchte Luft, die Feuchtigkeit in den Wohnräumen wird verringert und die Luftqualität steigt. Ein Beispiel: Ein Vierpersonenhaushalt gibt pro Tag durch Atmen, Kochen, Waschen und Duschen ca. 12 Liter Flüssigkeit an die Raumluft ab. Allein beim Schlafen ist es ¼ Liter pro Person. Die optimale Luftfeuchtigkeit in der Wohnung beträgt 40-60 %. Ein Hygrometer kann dabei helfen, sie im Auge zu behalten.

Ebenfalls schlecht für das Raumklima: das Trocknen von nasser Wäsche auf der Heizung. Hier steigt nicht nur die Luftfeuchtigkeit, sondern die Heizung benötigt auch mehr Energie um die Raumtemperatur zu halten.

Klar: Frieren ist ungesund. Zu heiß sollte Ihre Wohnung aber auch nicht sein. Tatsächlich ist es auf Dauer gesünder sich nicht ständig in überhitzten Räumen aufzuhalten. Greifen Sie manchmal lieber zu einer gemütlichen Decke als zum Heizthermostat. Wichtig: Halten Sie Ihre Füße warm. Und: Vermeiden Sie Zugluft. Dichten Sie Tür- oder Fensterschlitze mit entsprechendem Dichtgummi ab. Eine kleine Investition, die am Ende viel Geld spart.

Weitere Tipps: Halten Sie die Türen in Ihrer Wohnung geschlossen, insbesondere dann, wenn die Räume unterschiedlich warm sind. Haben Sie  Rollläden, lassen Sie diese nachts herunter, so verlieren Sie bis zu 20 % weniger Wärme über die Fenster. Auch die Vorhänge zuzuziehen hilft, achten Sie jedoch darauf, den Heizkörper unter dem Fenster nicht zu verdecken. Auch Möbel haben vor der Heizung nichts zu suchen, da diese sonst nicht mehr vernünftig arbeiten kann. Genauso wichtig ist es, die Heizung regelmäßig zu entlüften. Weitere Kosten können Sie sparen, indem Sie Dämmmatten an den Wänden hinter Ihrer Heizung anbringen, damit diese nicht so schnell auskühlen – dies gilt insbesondere für Außenwände.


Umweltschonend

Wer weniger Heizenergie verbraucht, hilft übrigens nicht nur seinem Geldbeutel, sondern auch der Umwelt. Zum einen muss weniger Energie erzeugt werden, zum anderen wird auch der CO2-Ausstoß verringert. Laut Bundesumweltamt macht das Heizen satte 60 % unseres CO2-Ausstoßes aus! Ein Wert, den es unbedingt zu verringern gilt. Anhand des bundesweiten Heizspiegels für Deutschland 2017 können Mieter ihren Verbrauch prüfen und Sparmöglichkeiten erkennen. Der Heizspiegel ist in der Mietervereinsgeschäftsstelle und auf der Internetseite kostenfrei erhältlich.


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Veranstaltungen

Datum: 28. Februar 2018
Zeit: 10:00 bis 12:00
Ort: Arbeitslosenzentrum Dortmund, Leopoldstr. 16-20

"Hartz IV und Wohnen"

Datum: 05. März 2018
Zeit: 19:00 bis 20:30
Ort: VHS Waltrop, Ziegeleistraße 14, 45731 Waltrop

VHS Veranstaltung

Datum: 19. März 2018
Zeit: 19:00 bis 20:30
Ort: VHS Dortmund, Hansastraße 2, 44137 Dortmund

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