1. April 2021 (Wohnungspolitik)

Schluss mit Mahn- und Kündigungswelle! Offener Brief an Peach Gruppe

Mieterinnen und Mieter der Peach Gruppe in Dortmund und Witten erhalten seit Februar Mahnungen. Die neuen Eigentümer fordern bis zu mehreren tausend Euro ohne zu erläutern welche Forderungen genaue bestehen. Anstatt sich mit den Widersprüche zu beschäftigen erhalten die Mieter jetzt fristlose Kündigungen. Gemeinsam mit dem MieterInnenverein Witten hat der Mieterverein Dortmund die Peach Gruppe in einem offenen Brief aufgefordert die Mahn- und Kündigungswelle zu stoppen.

Schluss mit der unbegründeten Mahn- und Kündigungswelle

Sehr geehrter Herr Wolfensberger, sehr geehrte Damen und Herren,

zum Jahresbeginn hat die Peach Gruppe die Grundstücksgesellschaft BSB VIII GmbH und damit auch Bestände im östlichen Ruhrgebiet erworben. Trotz dieser kurzen Zeit und obwohl „Peach Property“ nicht einmal Verwaltervollmachten vorgelegt hat, haben etliche von uns vertreten MieterInnen zahlreiche Mahnschreiben in horrender Höhe erhalten. Einige langjährige MieterInnen haben sogar fristlose Kündigungen erhalten. In Witten ist davon u.a. ein 87jähriger, in Dortmund eine 99jährige betroffen. Die Menschen haben schlaflose Nächte, der Blutdruck vorbelasteter MieterInnen steigt… Machen Sie sich überhaupt eine Vorstellung davon, was Sie mit Ihrer Kampagne anrichten?

Seit Mitte Februar erhalten MieterInnen Mahnungen von bis zu mehr als zehntausend Euro. Die uns bekannten Forderungen werden zum Teil mit angeblichen Unterzahlungen der Mieten seit Januar 2021 begründet. In den bekannten Fällen wurden jedoch seit langem bestehende Mietminderungen übergangen und nichtzutreffende Vorauszahlungshöhen veranschlagt. Der Großteil der Forderungen besteht aus Ausgangssalden zum 31.12.2020, deren Zusammensetzung nicht dargestellt wird. Wir haben für unsere Mitglieder bereits in der Vergangenheit vielfach unbegründeten Forderungen der wechselnden Hausverwaltungen, zuletzt GrandCity, widersprechen müssen. Ein erheblicher Teil der damals streitigen Beträge ist längst verjährt.  Für den Rest liegen der Vermieterin zahlreiche Einwendungen vor, die nicht erledigt sind. Sobald Peach-Unternehmen ihre Verwaltervollmacht belegen können, erwarten wir hier Ihre Stellungnahmen zu unseren Schreiben an die Vermieterin.    

Auf unsere wiederholten Aufforderungen, die angemahnten Beträge zu begründen, haben wir bislang keineAntworten Ihres Unternehmens erhalten. Stattdessen haben Sie den MieterInnen zum Teil erneut Mahnungen geschickt, drohen Kündigungen an und sprechen fristlose Kündigungen aus. Dies sind nicht die Umgangsformen, die man von einem Unternehmen erwartet, dessen Bestreben es angeblich ist, dass MieterInnen mit ihrer Wohnsituation dauerhaft zufrieden sind (so Ihre Selbstdarstellung). Es sind Umgangsformen, die man allenfalls von rücksichtlosen Spekulanten kennt, die ihre MieterInnen vertreiben oder unberechtigte Mieten eintreiben wollen.

Möglicher Weise sind Ihnen unsere bisherigen Schreiben an die Vermieterin und damit die Sach- und Rechtslage gar nicht bekannt. Dann wäre Ihr Vorgehen gegen die MieterInnen umso unerhörter!

Wir fordern Sie auf, alle Zahlungserinnerungen, Mahnschreiben und Kündigungen
umgehend zurückzuziehen!

Wenn Sie uns legitimierte VertreterInnen der Vermieterin benannt haben werden, sind wird zu ernsthaften, sachdienlichen Gesprächen bereit.  Nicht zuletzt erwarten wir von Ihnen Aussagen dazu, welche Pläne Sie mit den zum Teil seit langem vernachlässigten Wohnungsbeständen verfolgen.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus Roeser                                                                Knut Unger

 

Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V.     MieterInnenverein Witten und Umgebung e.V.

 

Offener Brief an Peach Gruppe


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