18. Juni 2021 (Wohnungspolitik, Wir wollen wohnen!)

Bundesweiter Aktionstag – Bündnis fordert sechsjährigen Mietenstopp

Am Samstag, 19.Juni, finden in über 50 Städten Aktionen für einen bundesweiten sechsjährigen Mietenstopp statt. In Dortmund beteiligt sich das Bündnis ‚arm in Arm‘ aus Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Mietervereinen und Vereinen mit einer Fotoaktion und Pressetermin an dem Aktionstag. Dieser fand am Freitag, den 18. Juni in der Dortmunder Nordstadt statt.

Demonstration vor Wohnanlage in der Nordstadt

In der bis 2004 der städtischen Wohnungsgesellschaft DOGEWO gehörenden Wohnanlage wirbt der aktuelle Eigentümer mit angeblich „bezahlbarem Luxus“ mit einer Nettokalt-Miete von 10,62 €/m² unweit der B 54.

Markus Roeser vom Mieterverein Dortmund sagte dazu: „Auch in Dortmund sind bezahlbare Mietwohnungen Mangelware. Gerade eine Wohnung neu anzumieten wird immer teurer. Daher bleiben viele Menschen in zu kleinen/ großen oder unpassenden Wohnungen, statt umzuziehen. Für Dortmund wäre daher ein Stopp der Preisspirale insbesondere bei neuen Mietverträgen wichtig.“

„In Dortmund sind die Angebotsmieten in den letzten fünf Jahren um 25 Prozent gestiegen. Während 2016 für einen Quadratmeter noch 6,30 Euro zu zahlen waren, mussten Anfang 2021 bereits 7,89 Euro gezahlt werden. Die nächste Bundesregierung muss aktiv werden und den Mieterinnen und Mietern durch einen sechsjährigen Mietenstopp eine Atempause verschaffen.“, ergänzte Jutta Reiter vom DGB.

„In der Zwischenzeit müssen neue, bezahlbare Wohnungen gebaut werden. Dazu brauchen wir eine Ausweitung der Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau, eine neue Wohnungsgemeinnützigkeit und ein soziales Bodenrecht. Zudem muss die Kommune Investoren bei Neubauprojekten stärker auf das Gemeinwohl verpflichten. Bund, Länder und Kommunen müssen sich außerdem wieder verstärkt ihrer Verantwortung als Anbieter günstiger, öffentlicher Wohnungen bewusstwerden. Gerade die Diskussion um den die Übertragung von Gesellschafteranteilen der DOGEWO21 von DSW21 zur Sparkasse hat gezeigt, wie wichtig das Thema auch in Dortmund ist. Wir befürchten hier höhere Gewinnabführungen, die über höheren Mieten finanziert werden müssen.“, forderte Gunther Niermann von der Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege in Dortmund.

Die genannten Zahlen stammen aus der empirica Preisdatenbank auf Basis der VALUE Marktdaten, die auch in der Wohnungsmarktbeoachtung der Stadt Dortmund verwendet werden. Sie entsprechen den sogenannten Angebotsmieten (Median), also jenen Preisen, zu denen Wohnungen auf dem Markt angeboten werden. Diese Werte bilden die Dynamik auf dem Wohnungsmarkt besser und zeitnaher ab als die sogenannten Bestandsmieten.

Weitere Informationen zur Kampagne Mietenstopp und zum Bündnis 'arm in Arm'.

Pressemitteilung des Bündnis 'arm in Arm' // 18.06.2021


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