22. September 2021 (Lanstrop, Wohnungspolitik)

Verkaufskarussell dreht sich weiter: Wohnungsbaugesellschaft Lanstrop GmbH mit rund 1.400 Wohnungen in Lanstrop und Scharnhorst-Ost erneut verkauft

Der WDR berichtet am Mittwoch (22.09.2021) in der Reihe „die story“, „Der Wohn-Wahnsinn in NRW“, auch über die Großsiedlung Dortmund-Lanstrop. Diese wurde in den letzten 15 Jahren bereits mehrfach verkauft (s. Verkaufskette S. 2). Inzwischen stellte sich heraus, dass zwischen Beginn der Dreharbeiten und Ausstrahlung erneut ein Eigentümerwechsel stattgefunden hat. Die Eigentümerfirma, die Wohnungsbaugesellschaft Lanstrop GmbH (WBG) wurde an die Peach Property Group (Deutschland) AG verkauft. Erst Anfang des Jahres hatte sich mit der WVB Centuria eine neue Hausverwaltung bei den Mieterinnen und Mietern vorgestellt.

Neue Ansprechpartner für Mieter ab 2022

Für die Mieterinnen und Mieter seien mit dem jetzigen Wechsel der Eigentümer der WBG Lanstrop keine Veränderungen verbunden. Ansprechpartner bleibe erst einmal die Hausverwaltung WVB Centuria. Ab 2022 plane die Peach Gruppe selbst die Hausverwaltung zu übernehmen, wie der Mieterverein Dortmund auf Nachfrage erfuhr. Auch ein Mieterbüro solle in räumlicher Nähe eröffnet werden. Der Mieterverein Dortmund stellt zudem klar, dass bestehende Mietverträge selbstverständlich ihre Gültigkeit behalten.

Großer Handlungsbedarf

Die bisherigen Eigentümer der WBG hatten mit Fassaden- und Dacharbeiten in einzelnen Häusern begonnen bzw. diese in Teilen fortgesetzt. In den letzten Jahren klagten Mieter und die örtlichen Mieterbeiräte dennoch immer wieder über Mängel in den Wohnungen und im Wohnungsumfeld. Die Ruhr-Nachrichten hatten im Mai 2021und aktuell über unberechtigte Mahnungen berichtet.

Unternehmensverkauf – Vorkaufsrecht greift nicht!

Bei dem Verkauf handelt es sich um einen sogenannten „Share Deal“. Die neuen Eigentümer haben nicht „klassisch“ die Wohnungen selbst, sondern mehrheitlich das Unternehmen gekauft. Rechtlich findet damit auch kein Vermieterwechsel statt. Die städtische Vorkaufsrechtssatzung für die Groß-Siedlung Lanstrop greift damit ebenfalls nicht. „Share Deals tauchen bei Immobilienverkäufen in dieser Größenordnung regelmäßig auf“, erläutert Markus Roeser, wohnungspolitischer Sprecher des Mietervereins Dortmund, „auf diesem Wege lassen sich bei den Transaktionen die Grunderwerbssteuer umgehen. Auch der aktuellen Bundesregierung fehlte der Wille, diese legale Möglichkeit zur Umgehung von Grundsteuerzahlungen endlich abzuschaffen.“ Zwar trat zum 01.07.2021 eine diesbezügliche Änderung im Steuerrecht in Kraft, die der Dachverband der Mietervereine, der Deutsche Mieterbund in Berlin, für „kaum wirkungsvoll“ kritisierte.

„Die 2005 durch das Land privatisierten Bestände der heutigen Wohnungsbaugesellschaft Lanstrop sind im negativen Sinn ein Musterbeispiel, wie Wohnungen und deren Bewohnerinnen und Bewohner seitdem Anlageobjekte am internationalen Kapitalmarkt sind. Das Geschäftsmodell ist bisher durch geringe Investitionen, minimalen Service und einen Weiterverkauf nach jeweils wenigen Jahren gekennzeichnet. Die neuen Gesellschafter müssen beweisen, dass Sie mehr können.“ sagte, Tobias Scholz, Geschäftsführer des Mietervereins Dortmund.

Pressemitteilung Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. // 22.09.2021


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