14. Juni 2021 (Wohnungspolitik)

Happy End - erstmal

Anfang des Jahres verkaufte das Unternehmen GrandCity seine Eigentümergesellschaft BSB VIII – und sorgte damit für Unruhe in der Erpinghofsiedlung in Dortmund Huckarde. Zahlreiche MieterInnen erhielten Post von der neuen Hausverwaltung, der Peach Property Group aus der Schweiz, mit Zahlungsaufforderungen und später sogar: fristlosen Kündigungen. Doch der Mieterverein konnte den betroffenen MieterInnen helfen.

In den vergangenen Jahrzehnten hatte der Eigentümer in der Siedlung bereits mehrfach gewechselt. Die aktuelle Hausverwaltung Peach Property ist kein unbekannter Player in Dortmund. Das Unternehmen war beispielsweise als zwischenzeitlicher Eigentümer der ehemaligen Konzernzentrale der Hoesch-Union an der Rheinischen Straße bekannt. Neben der Erpinghofsiedlung übernimmt Peach auch weiteren „Streubesitz“ im Stadtgebiet.

Wichtig für MieterInnen: Auch wenn sich ein neues Unternehmen vorstellt und sich Ansprechpartner ändern, handelt es sich bei einem solchen Unternehmensverkauf nicht zwingend um einen Eigentümerwechsel, sondern häufig lediglich um einen Wechsel in der Hausverwaltung. Der bisherige Eigentümer wird auch weiter im Grundbuch bleiben. Faktisch entscheidet aber ein neues Unternehmen im Hintergrund über die Bewirtschaftung und die Zukunft der Wohnungen.

Keine zwei Monate nach dem Verkauf erhielten zahlreiche MieterInnen eine Zahlungsaufforderung. Es änderte sich also wenig, denn solche Aufforderungen kannten sie schon von der Voreigentümerin. Widersprüche des Mietervereins gegen die Betriebskostenabrechnungen der letzten Jahre wurden nicht ausreichend beantwortet, die Mahnungen gingen weiter.

Das Problem: Die Zahlungsaufforderungen enthielten einen sogenannten „Saldovortrag“, den Stand offener Forderungen zum 31.12.2020 mit bis zu mehreren tausend Euro. Wie sich diese Forderungen zusammensetzen, wurde nicht weiter erläutert. Mahnungen der GrandCity aus dem Vorjahr ließen vermuten, dass es sich hierbei auch um verjährte Forderungen handeln musste. Auf erneute Widersprüche gegen die Mahnungen folgten fristlose Kündigungen.

Davon waren auch MieterInnen der Peach Property aus Nachbarstädten betroffen. Gemeinsam veröffentlichten der Mieterinnenverein Witten und der Mieterverein Dortmund einen Offenen Brief an die Peach Vorstände und forderten sie auf, die Mahn- und Kündigungswelle einzustellen. Die Reaktion kam recht zügig und war erfreulich: Das Unternehmen zog alle Kündigungen zurück und verzichtet auf alle offenen Forderungen bis zum Verkauf. So konnten die MieterInnen zum Teil mehrere tausend Euro sparen. Der Mieterverein hofft, dass der angebotene Neustart sich auch weiter positiv auswirkt. Die betroffenen MieterInnen hätten einen langfristig interessierten und nachhaltig agierenden Vermieter verdient.

Erschienen im Mieterforum Nr. 64 II/2021 


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