31. Mai 2022 (Wohnungspolitik)

Turbulenzen beim Wohnungskonzern Adler Group – Auswirkungen für Dortmund (?)

Ein neuer Wirecard Skandal auf dem Wohnungsmarkt? So lesen sich jedenfalls viele Berichte in bundesweit Medien zum Wohnungskonzern Adler Group. Vorgeworfen wird dem Unternehmen unter anderem die Wohnungen in den Bilanzen zu hoch bewertet zu haben. Während das Unternehmen versucht über Wohnungsverkäufe im großen Maßstab einen „Neustart“ zu ermöglichen, bekommen Mieter:innen in Dortmund die Auswirkungen der Krise im Wohnungskonzern zu spüren.

Instandhaltung zurückgefahren?

Der Mieterverein Dortmund vertritt seit einigen Wochen einen Mieter der Adler Gruppe in der Rückertstr. 30 in der Dortmunder Nordstadt in Sachen eines Wasserschadens. Der Schaden entstand bereits im November 2021. Auf mehrfache Mängelanzeigen reagierte die zuständige Hausverwaltung bis heute nicht. Der Mieter schaltete zusätzlich die Wohnungsaufsicht der Stadt Dortmund ein - bisher ohne Erfolg.

„Der Feuchtigkeitsschaden in Verbindung mit dem entstandenen Schimmel ist eine Gefahr für die Gesundheit des vorerkrankten Mieters. Wir fordern Adler daher unverzüglich zur Mängelbeseitigung auf“, erklärt Markus Roeser, Wohnungspolitischer Sprecher des Mietervereins Dortmund an der Kampstraße 4.

Der Mieterverein Dortmund ist in Sorge, dass die ausbleibende Mängelbeseitigung in der Rückertstraße kein Einzelfall bleibt. „Aufgrund der aktuellen Turbulenzen rund um die Adler Gruppe befürchten wir, dass das Geld für Reparaturen und Instandhaltungen ausgeht. Die Leidtragenden wären dann die Mieterinnen und Mieter“, so Roeser weiter.

Die Entwicklungen bei der Adler Gruppe werden von Fachleuten als erste Anzeichen einer platzenden Blase auf dem Wohnungsmarkt bewertet. In den letzten Jahren stiegen die Preise für Immobilien immer weiter, auch begünstigt durch niedrige Zinsen. Steigenden Zinsen führen in den typischen Bewertungsmodellen der Immobilienkonzerne zu niedrigeren Immobilienwerten. Ob und welche Auswirkungen dies haben wird, ist aktuell nicht abzusehen.

Pressemitteilung Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. // 30.05.2022


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