22. Dezember 2013 (Ex-Griffin, Wohnungspolitik)

Griffin-Mieter: Fünfte Hausverwaltung in acht Jahren

Im Februar 2013 berichtete der Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. über die bevorstehende Übernahme des finanziell notleidenden Unternehmens Griffin Rhein-Ruhr mit knapp 5000 Wohnungen durch den schweizer Finanzinvestor Corestate Capital Advisors GmbH (vgl. Pressemitteilung vom 13.02.2013).

Dieser bestätigte im Mai 2013 die Übernahme von Griffin-Rhein-Ruhr mit alleine rund 1700 Wohnungen in Dortmund (u.a. Westerfilde, Jungerntal, Huckarde, Hörde) und 442 Wohnungen in Castrop-Rauxel (vgl. unsere Pressemitteilung vom 07.05.2013). Zum Jahreswechsel tauscht Corestate nun die Hausverwaltung aus.

Ab 01.01.2014 wird die Capera Immobilien Service GmbH (http://www.capera-immobilien.de) für die Dortmunder Bestände zuständig sein. Die seit Anfang 2011 tätige Hausverwaltung Krulich Immobilien wird abgelöst. Dies erfuhren die Mieter diese Tage per Post. Das Vor-Ort-Büro in Westerfilde bleibe bestehen. Die Capera Immobilien Service GmbH wurde durch die Corestate-Gruppe Mitte 2013 gegründet.

Im Schreiben an die Mieter wird auch über die Umfirmierung der bisherigen Eigentümergesellschaft Griffin informiert. Neuer Name der  – je nach Standort in Dortmund – entweder die Gesellschaft „Greet 3 GmbH & Co. KG“ oder die Gesellschaft „Greet 4 GmbH & Co. KG“. Beide haben Ihren Unternehmenssitz wie die Muttergesellschaft Corestate in Frankfurt am Main.

Verwalterwechsel

„Damit erleben die Griffin-Mieter die fünfte Hausverwaltung in acht Jahren. Ein Wechsel der wieder eine umfangreiche Einarbeitung erfordert. Ob eine Hausverwaltung auch zur Zufriedenheit der Mieterinnen und Mieter arbeitet, ist dann von den Entscheidungen des Eigentümers und damit der Corestate abhängig. Wie groß sind die Spielräume, um etwa bei angezeigten Mängeln schnell handeln zu können? Wie schnell trifft Corestate Entscheidungen, wenn es um umfangreiche Maßnahmen, wie neue Heizungen oder neue Aufzüge geht? Hier muss Corestate beweisen, dass der Wechsel der Hausverwaltung nicht nur Symbolpolitik ist und die ‚unternehmenseigene Hausverwaltung‘ endlich Verbesserungen für die Mieter bringt.“ erläutert Dr. Tobias Scholz, wohnungspolitischer Sprecher des Mietervereins Dortmund und Umgebung e.V.

Hohe Investitionsbedarfe

Die Wohnungen sind weiterhin durch erhebliche Sanierungsbedarfe und in vielen Fällen großen Instandhaltungsstau gekennzeichnet. Corestate steht hier in einer starken Verpflichtung und hat Investitionen angekündigt und in einigen Siedlungen bereits kleinere Maßnahmen durchgeführt (z.B. Fassadenanstriche, Erneuerung von Eingangsbereichen).

„Corestate ist Im Vergleich zum früheren Griffin-Eigentümer – der dänische Fond NRW II Aps – handlungsfähiger. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Corestate die Wohnungen nur wenige Jahre in seinem Besitz halten wird, um sie dann weiterzuverkaufen. Die Stabilisierung des Wohnungsbestandes, dient nur dem erneuten Verkauf. Mit einer langfristig orientierten Bestandsbewirtschaftung und wirklich zukunftsfähigen Sanierung der Wohnungen hat dies nichts zu tun.“ sagt Dr. Tobias Scholz, wohnungspolitischer Sprecher des Mietervereins Dortmund und Umgebung e.V.

Die in diesem Jahr abgelaufenen Wohnungsverkäufe haben überwiegend ein ‚klares Muster‘: handlungsfähige Finanzinvestoren, ausgestattet mit „frischem Kapital“, erwerben Bestände „abgestürzter“ Finanzinvestoren. Denn in Folge der sogenannten Staatsschuldenkrise ist das Interesse an Wohnimmobilien als Kapitalanlage stark gestiegen.

Städtische Ankäufe weiterhin möglich

Aus Sicht des Mietervereins Dortmund ist es aber wichtig, dass die Stadt Dortmund weiterhin aktiv bleibt, da Teilverkäufe nicht ausgeschlossen sind  und der Weiterverkauf des Bestandes bereits geplant ist. Deshalb muss der Rat der Stadt Dortmund den Weg für Ankäufe größerer Wohnungsbestände bereiten, wenn diese zu angemessenen Preisen möglich sind. Hierzu Mietervereins Geschäftsführer Rainer Stücker: „Hierfür gilt es insbesondere die Dortmunder Stadtentwicklungsgesellschaft handlungsfähig zu machen oder Ankäufe durch die DOGEWO21 abzusichern (Erhöhung des Eigenkapitals). Außerdem muss das Land NRW solche Ankäufe und die damit verbundenen Sanierungen fördern, wenn hierfür schlüssige integrierte Konzepte von den Städten vorgelegt werden.“

Pressemitteilung Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. // 23.12.2013


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