10. Februar 2011 (Wohnungspolitik)

Verwahrloste Häuser in der Nordstadt: Mieterverein fordert mehr Sachlichkeit

Problemhäuser sind ein Problem der Eigentümer und nicht der Mieter und sonstiger Nutzer.

Die Aktivitäten und die Berichterstattung über so genannte Ekelhäuser in der Nordstadt haben eine Form angenommen, die allgemeine Wunschvorstellungen, dass "endlich einmal durchgegriffen wird", aufnimmt. Die Problemlagen der genannten Häuser, bisherige Versäumnisse und mögliche, langfristige Abhilfen treten dabei in den Hintergrund.  Insbesondere kann nicht davon gesprochen werden, dass Hauseigentümer durch Rumänen, die ganze Häuser besetzt hätten, an notwendigen Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen gehindert werden.

Es ist unbestritten, dass die Stadt bei Gefahrenzuständen für Leib und Leben eingreifen muss, gegebenfalls auch Häuser räumen lassen muss. Es ist aber nicht Aufgabe der Stadt, handlungsunfähigen und -unwilligen Hauseigentümern sprichwörtlich die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Erst recht taugen die Häuser und die darin teilweise hausenden und ausharrenden Menschen nicht zur Profilierung, wer am besten für Recht und Ordnung in der Nordstadt sorgen kann.

Ein Musterbeispiel ist das angeblich zur Zeit durch mehrere Dutzend Rumänen besetzte Eckhaus Mallinckrodtstr. 317/Evertstr. 1. Es gehörte zum Bestand der Heinrich-Feldhoff-Stiftung, die unter den Augen der Stiftungsaufsicht in Arnsberg und Dortmunder Wohlfahrtsverbände durch den zwischenzeitlich wegen Unterschlagung von Mandantengeldern rechtskräftig verurteilten Rechtsanwalt Dr. Andreas Gerling ausgeplündert wurde. Als die Stiftungsaufsicht endlich eingriff, setzten die Gläubigerbanken, darunter auch die Stadtsparkasse Dortmund, 2004 den Immobilien-Pleitier Hans-Georg Hovermann und seine Firma Grundtransfer als Verwalter ein. Vollmundigen Ankündigungen, folgen (selbstverständlich) keine Taten. Statt dessen wurde der Bestand verkauft, überwiegend an eine andere Pleitefirma, die TDS Immobilien- und Finanzierungsvermittlung GmbH des Dortmunder Vedat Akman. Es kam zur Androhung von Energie- und Wassersperrungen, die der Mieterverein Dortmund jeweils abwenden konnten. Immer mehr Mieter zogen aus, die Häuser gingen in die Zwangsverwaltung. "Vermietungen unter der Hand" wurden zu einer festen Nutzungsform.

Neuer Eigentümer ist seit knapp einem Jahr die Kulaina Property 33 GmbH in Gütersloh. Verwaltet werden die Häuser von der Promas Verwaltungsgesellschaft in Beckum. Die Promas verwaltet vom ehemaligen TDS-Büro in der Münsterstraße auch eine benachbarte Siedlung, die einmal der Dogewo und der in Konkurs gegangenen Janssen & Helbing Unternehmensberatung gehörte. Helmut Lierhaus: Sprecher des Mietervereins Dortmund: "Auch von der Kulaina Property 33 erwarte ich keine nachhaltigen Sanierungsschritte. Bisher hat es nicht einmal belastbare Ankündigungen dafür gegeben. Es wäre Aufgabe der Stadt, sich ein Investitionskonzept vorlegen zu lassen, bevor städtische Ordnungskräfte Hilfestellung leisten."

Es gibt viele Beispiele herunter gewirtschafteter Häuser und vollmundiger Investoren, die sich nur an einer "Leichenfledderei" beteiligt haben. Prekären Verhältnissen im Haus gehen immer prekäre Eigentumsverhältnisse voraus. Helmut Lierhaus: "Wenn Menschen das verwahrloste "Niemandsland" nutzen oder nutzen müssen, weil sie keine andere Möglichkeit haben, ist ihnen das nicht vorzuwerfen. Kritikwürdig ist allein das jahrelange Wegsehen von Behörden und das Umschlagen in populistische Hyperaktivitäten."

Pressemeldung Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V.  - 07.02.2011

Kontakt: Helmut Lierhaus
 


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