2. August 2018 (Wohnungspolitik, Hannibal Dorstfeld)

Hannibal II / Nach RN Interview von S. Hettrich:

Viele „???“ beim Mieterverein Dortmund zu Sanierungsankündigung von Intown und Kritik am Umgang mit den (Ex-) Mietern

Vorbemerkung: Seit dem 21.09.2017 gibt es einen „roten Faden“ in der Außendarstellung von Intown: Schuld sind immer die anderen (die Stadt, die Mieter….) und „immer wieder“: Ankündigungen und auch „an sich Richtiges“, um etwas „zu punkten“.
Seit dem 21.09.2017 vertreten wir die Interessen der Betroffenen gegen Intown und mussten erfahren, wie kalt und abweisend tagtäglich mit den Menschen und ihren Alltagsproblemen umgegangen wird. Da reizt es, „zu allem“ etwas zu sagen. Wir beschränken uns aber auf ein paar Aspekte, die uns jetzt besonders wichtig sind.

Sanierungspläne ???

Wie bekannt, hat Herr Hettrich als Vertreter der Intown-Gruppe gegenüber den Ruhr-Nachrichten (erneut) angekündigt, dass Intown der Stadt Dortmund Mitte August 2018 Sanierungspläne vorlegen wird. Wir nehmen an, dass tatsächlich der Stadt Dortmund demnächst „Planungen“ vorgelegt werden. Diese Pläne hat Intown bislang nicht detailliert dargestellt, so dass zur Qualität der Planungen keine Aussage möglich ist. (Wir ahnen schon: wenn die Stadt diese aus baurechtlichen Gründen nicht als ausreichend ansieht, dann… )

Große „Zeitfenster“

Festzuhalten ist, dass damit erst im „Monat 11“ nach Räumung des Hannibal erstmals Pläne bei der Stadt Dortmund eingereicht werden. Zum „Einjährigen“ der Räumung kann Intown dann auf eine laufende Prüfung der Stadt Dortmund verweisen (Gutes Timing … ). Damit wird festgeschrieben, dass nach diesen Planungen mit einem tatsächlichen Baubeginn erst ca. zwei Jahren nach der Räumung gerechnet werden kann. Ein Wiederbezug wird frühestens nach ca. drei Jahren möglich. „Betroffene Mieter und wir haben nach der Räumung gefordert, dass Intown sich auf die Behebung der Brandschutzmängel beschränkt, um diese zügig zu beheben und damit die Grundlage für eine Wiederbewohnbarkeit zu schaffen. Dem ist Intown nicht gefolgt. Durch die Planung mit einer „umfassenderen Sanierung“ ergeben sich nun sehr lange Wartezeiten für Mieter mit Mietvertrag.“, stellt Rainer Stücker, Geschäftsführer des Mietervereins Dortmund, fest.

Die „zwei Gesichter“ von Intown

An sich erfreulich ist, dass den Mietern „mit gültigem Mietvertrag“ und Rückkehrinteresse ausdrücklich der Rückzug „mit der bisherigen Miete“ zugesichert wird. Ein „richtig netter Vermieter“? Bekanntlich wurde den „Mietern mit gültigem Mietvertrag“ gnadenlos der Zugang zur Wohnung verklagt. Leider haben, auch mit unserer Unterstützung, nur zehn Mieter den Zugang gerichtlich erstritten. Gegen die Amtsgerichts-Urteile wurde nun von Intown Berufung eingelegt und diese inzwischen begründet. Dort heißt es nun „faktisch sei fristlos gekündigt“ worden, die Mietverträge seien hinfällig. Der „Schachzug“ des „netten Vermieters“: der damalige „Stillegungs-Brief“, in dem das Wort Kündigung gar nicht vorkommt, wird als fristlose Kündigung „umgedeutet“ (Anlage; Auszug aus der Berufungsbegründung). Ansonsten: viele Mieter, die gekündigt haben, bekommen ihre Kautionen nicht, selbst dann, wenn vereinbart. „Eine Mieterin, die das Geld dringend braucht, muss jetzt wegen 280,00 € Kaution Intown vor Gericht verklagen! Und Intown kauft für Millionen-Beträge neue Immobilien.“, so Rainer Stücker.

Die Brandschutz-Frage

Hier bleibt Intown bei den Vorwürfen gegen die Stadt Dortmund. Das übliche „Verwirrspiel“: eine zurückliegende Brandschutzbegehung der Feuerwehr (sog. Sichtkontrolle von Außen) wird angeführt, um den Eindruck zu erwecken, alles sei der Stadt bekannt oder genehmigt gewesen. Hier sollte die Stadt Dortmund Stellung beziehen. Wir selbst haben ja keine Kenntnis zu den damaligen Vorgängen (Baugenehmigungen usw.). Die Betroffenen erwarten zu Recht, dass die Verantwortlichen für die Zerstörung des Brandschutzes festgestellt werden. Deshalb ist es bedauerlich, dass die Staatsanwaltschaft Dortmund – nach unserer Kenntnis – trotz gestellter Strafanzeige gegen Unbekannt – keine Ermittlungen aufgenommen hat; dies trotz der Gefährdung des Lebens von mehr als 700 Menschen!

Die „Nordstadt-Mär“

Zu Recht wurde von den Ruhrnachrichten auch nach der Zukunft der ca. acht Nordstadt-Wohnhäuser gefragt. Denn Intown investiert und agiert hier seit Monaten nicht wirklich. Die Antwort von Herrn Hettrich, der an reale Konflikte, vorallem aber Vorurteile anknüpft, ist ein überzeichnetes Zerrbild der Nordstadt: Schuld sind die Mieter bzw. die „Hausbesetzer“, die keiner kennt, und die Polizei, die sich angeblich nicht in die Häuser traut. „Herr Hettrich lässt unerwähnt, dass seit Übernahme dieser „unbeherrschbaren“ Häuser die Stadt Dortmund mehrfach Ankaufangebote abgegeben hat, die Intown abgelehnt hat!“, erläutert Rainer Stücker.

Eine Frage: wann stellen sich die tatsächlich Verantwortlichen bei Intown den Fragen der Dortmunder Öffentlichkeit?

Sascha Hettrich wird als „Intown-Chef“ präsentiert; deshalb die Klarstellung, dass die eigentlichen Entscheider und Investoren wie Amir Dayan und andere sich vom 21.09.2017 bis heute nicht den Mieterinnen und Mietern und der Dortmunder Öffentlichkeit gestellt haben. Dies sollte nicht vergessen werden. „Ins Bild“ passt auch, dass, wie die Ruhrnachrichten dargestellt haben, einige gestellte Fragen gar nicht beantwortet wurden!

Pressemitteilung Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. // 02.08.2018

 


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