2. Oktober 2019 (Wohnungspolitik, LEG NRW)

LEG verkauft Hannibal I

Die 232 Wohnungen große Wohnanlage Hannibal I in der Dortmunder Nordstadt wurde 1972 erbaut. Zum 01.08.2019 wurden die Wohnungen von der LEG in einem Paket mit insgesamt 2.700 Wohnungen an die Merlion Wohnen veräußert.

Alleine knapp 1.200 Wohnungen liegen in der „Neuen Stadt Wulfen“ in Dorsten-Barkenberg. Weitere Wohnungen sollen neben Dortmund in Duisburg, Wuppertal und Remscheid liegen.

Nach Angaben in einer LEG-Unternehmenspräsentation zahlte der Käufer hierfür rund 148 Millionen Euro. Die verkauften Wohnungen seien in Sachen technischem Zustand und kleinräumiger Lage unterdurchschnittlich. Der Leerstand liege im Durschnitt bei 12%. Während dieser in Wulfen-Barkenberg bei knapp 20% liegt, ist der Hannibal I fast voll vermietet.

Von den 232 Wohnungen befinden sich noch 198 bis zum 31.12.2027 in der Mietpreisbindung. Mieterinnen und Mieter dieser Wohnungen sind in den kommenden Jahren vor teuren Mieterhöhungen geschützt. Generell bleibt bei Wohnungsverkäufen der bisherige Mietvertrag uneingeschränkt gültig. Wer ein Haus erwirbt, „kauft“ auch die Mieter und die Mietverträge. „Kauf bricht nicht Miete“ bestimmt § 566 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Käuferin des Hannibal I ist die Merlion Wohnen bzw. deren Berliner Tochtergesellschaft. Diese gehört der Hedgefond-Invesmentgesellschaft Cheyne Capital mit Sitz auf Tortola, einer der britischen Jungferninseln Merlion ist laut Wikipedia das Wahrzeichen von Singapur und steht für „ein aus den englischen Worten mermaid (Meerjungfrau) und lion (Löwe) zusammengesetztes Kunstwort“ und „bezeichnet ein Fabelwesen aus Löwe und Fisch“.

Gespräche mit Mieterverein

Vertreten wird Merlion-Wohnen durch die Firma Velero Partner GmbH mit Sitz in Berlin. Die Hausverwaltung und Ansprechpartnerin für die Mieter soll deren Tochterfirma Velereo Wohnen GmbH übernehmen, deren nächste Niederlassung in Bochum beheimatet ist. Im Hannibal I sollen jedoch regemäßige Sprechstunden stattfinden. Im Gespräch mit dem Mieterverein betonte Velero-Geschäftsführer Thomas Lange, dass ihm die große Bedeutung des Hannibal I
für das Umfeld in der Nordstadt bewusst sei. Der Mieterverein hatte nach Bekanntwerden des Verkaufes umgehend Kontakt zu Velero aufgenommen und im Gespräch Mitte August unter anderem das Thema Aufzugsausfälle und notwendige Investitionen für neue Aufzüge angesprochen.

Die Frage danach, wie lange die neuen Eigentümer den Hannibal I in ihrem Eigentum behalten möchte, blieb offen. Ein langfristiges Engagement kann nicht erwartet werden. Sind doch bei Finanzinvestoren Weiterverkäufe nach zwei bis fünf Jahren üblich.

Autor: Dr. Tobias Scholz, erschienen in Mieterforum Nr. 57 III/2019


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