20. Juli 2017 (Wohnungspolitik)

Voll vernetzt!?!

Ein Telefon ist ein Telefon – sollte man meinen. Aber wer heute zum Hörer greift, telefoniert anders als noch vor wenigen Jahren. Klar, immer mehr Menschen benutzen Handys und Smartphones. Doch auch das altbekannte Festnetz gibt es bald nicht mehr, denn die Netzbetreiber stellen derzeit die Anschlüsse ihrer Kunden auf die sogenannte Voice-over-IP-Technik (VoIP) um. Somit wird das Telefonieren zukünftig übers Internet vonstattengehen. Oder über den TV-Kabelanschluss.

Keine Angst: Die Telefonleitung in Ihrer Wohnung hat keineswegs ausgedient, aber ihr Zweck wurde umfunktioniert: Sie übernimmt nicht mehr nur die Übertragung der Sprache beim Telefonieren, sondern überträgt vor allem Datenpakete im Internet von A nach B. Immerhin gibt es heutzutage nur noch wenige Haushalte, in denen neben dem klassischen Telefon- nicht auch ein Internetanschluss vorhanden ist.

Kosteneinsparung für Telekom und Co.

Schon in naher Zukunft werden der analoge Anschluss und ISDN nicht mehr verfügbar sein. Grund: Sie belegen ein breites Frequenzspektrum, das die Netzbetreiber gerne anderweitig – nämlich für das DSL-Internet-Signal – nutzen möchten. Die Lösung ist, das Telefonieren auch über das Internet zu ermöglichen. Bis 2018 werden alle Telekom-Kunden auf VoIP umgestellt sein.

Das Unternehmen ist mit dieser Praxis nicht allein: Die Mitbewerber sind schon einen Schritt weiter. Wer seinen Anschluss bei Vodafone, 1&1 und Co. hat, nutzt bereits die Internet-Telefonie. Reine Sprachanschlüsse für die Haushalte, in denen eigentlich kein Internet genutzt wird, will die Telekom so umstellen, dass sie aus Kundensicht auch weiterhin wie ein herkömmlicher analoger oder ISDN-Anschluss funktionieren. Das heißt, dass man keinen Internet-Vertrag abschließen muss, nur um telefonieren zu können.

Kein Telefon ohne Internet

Für VoIP benötigt man ein bestimmtes Kabelmodem oder einen DSL-Router. Dieser kann beim Telefonanbieter gemietet oder separat gekauft werden. Hier lohnt es sich gegenzurechnen, welche Alternative günstiger ist. Wichtig: Ihr Anbieter darf Ihnen nicht vorschreiben, welchen Router Sie benutzen sollen. Der Gesetzgeber hat den sogenannten Routerzwang nach einer Klage der Verbraucherzentrale im Sommer 2016 außer Kraft gesetzt. Dies gilt sowohl für Neu- als auch für Bestandskunden.

Damit Sie jederzeit erreichbar sind, ist es nötig, dass Ihr Router permanent online ist. Bei einer stabilen DSL-Internetverbindung sind Verbindungsabbrüche oder Verzögerungen kein Thema. Die Sprachqualität ist ähnlich gut wie die der analogen Telefonie. Nutzen beide Gesprächspartner das gleiche Telefonnetz ist sie sogar deutlich besser.

Ein entscheidender Nachteil von Internet-Telefonie: Das Telefon funktioniert bei einem Stromausfall nicht mehr. Für analoge, schnurgebundene Telefone war bisher keine gesonderte Stromversorgung erforderlich. Ist der Saft jetzt weg, funktioniert auch das Telefon nicht mehr. Dies kann vor allem im Notfall ein großes Problem sein. Hier kann eine Pufferbatterie Abhilfe leisten.

Ob wir es wollen oder nicht, die neue Technik kommt. Wer noch nicht mit VoIP telefoniert, wird einige Wochen vor der Umstellung des eigenen Anschlusses von seinem Anbieter informiert. Sie haben an dieser Stelle die Gelegenheit zur Zustimmung, können aber auch den Anbieter wechseln – in jedem Fall lohnt sich ein Vergleich von Preis und Leistung bei verschiedenen Netzbetreibern.

Ein Anbieter-Vergleich lohnt sich sowieso immer. Informieren können Sie sich im 

Internet auf Vergleichsportalen wie z.B. Verivox oder Check24. Oder aber Sie besuchen einen der großen Elektrofachmärkte. In der Regel sind dort alle gängigen Netzanbieter vertreten. Sie können sich direkt vor Ort beraten lassen und Preise und Leistungen der Anbieter unkompliziert miteinander vergleichen. Wer seinen Vertrag regelmäßig überprüft und bereit ist, den Anbieter zu wechseln, kann dadurch bares Geld sparen.

Wenn Sie sich für einen Wechsel entscheiden, gilt: Ihr Telefon- oder Internetanschluss darf nicht länger als einen Kalendertag unterbrochen werden. Seit Dezember 2012 muss Ihr Altanbieter Sie weiterhin mit Telefon- bzw. Internet versorgen, sollte der Wechsel nicht binnen 24 Stunden klappen. Voraussetzung: Der Kunde hat die Verzögerung der Anschlussübergabe nicht selbst verschuldet. Und: Ihr neuer Anbieter hat erst dann Anspruch auf Ihre Zahlung, wenn der Wechsel erfolgreich abgeschlossen worden ist.

Telefon und Internet über Kabel

Telefon- und Internetanschlüsse bieten auch die Kabelnetzbetreiber über den Breitband-Anschluss mit vergleichbarer Technik an. Im Gegensatz zum Telefonanschluss können die Kunden nicht zwischen verschiedenen Anbietern wählen. In NRW ist Unitymedia der Kabelnetzbetreiber. Wohnungsgesellschaften können jedoch die Breitband-Kabelversorgung ausschreiben und im Wettbewerb einen Anbieter auswählen oder eine Tochterfirma damit beauftragen. Mieter zahlen den Breitbandkabelanschluss meist über die Betriebskosten – soweit der Mietvertrag dies erlaubt. Wer hier ohnehin das Breitbandkabel für das Fernsehen in der Wohnung hat, kann prüfen, ob attraktive Angebote für Internet- und Telefon gemacht werden. Alternativen sind die verschiedenen Anbieter über die klassische Telefondose.

Tobias Scholz, erschienen in Mieterforum Nr. 48 II/2017


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