8. März 2023 (Vonovia)

„Der Schaden darf nicht bei den Mieterinnen und Mietern liegen!“

In Bezug auf den Korruptionsverdacht bei Deutschlands größtem Wohnungskonzern Vonovia fordert der Deutsche Mieterbund NRW lückenlose Aufklärung und eventuelle Korrektur sämtlicher Betriebskostenabrechnungen.

In den Büros von Deutschland größtem Immobilienkonzern kam es nach Medienberichten am 07.03.2023 zu einer Durchsuchung durch die Staatsanwaltschaft Bochum wegen Korruptionsvorwürfen. Die Ermittler hatten wohl Hinweise darauf, dass Mitarbeiter sich bei der Vergabe von Handwerksaufträgen bestechen lassen haben könnten.

„Gut, dass Vonovia nach eigenen Angaben vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden kooperiert, es darf aber nicht dabei bleiben“, sagt Hans-Jochem Witzke, Vorsitzender des Deutschen Mieterbundes NRW. „Der Fall muss, wenn sich die Vorwürfe erhärten, lückenlos aufgearbeitet werden, damit nicht die Mieterinnen und Mieter nachher den Schaden haben.“

Auch wenn derzeit noch nicht klar ist, welche Handwerkerleistungen möglicherweise durch die Korruptionsfälle betroffen sein könnten, ist festzustellen, dass ein großer Teil der von Vonovia vergebenen Handwerkerleistungen direkt oder indirekt von den Menschen gezahlt werden, die in Wohnungen des Unternehmens leben. So können viele Kosten in Zusammenhang mit Modernisierungen wie auch Handwerkerleistungen für Betriebskosten nach der Rechtslage auf die Mieterseite umgelegt werden.

Der Deutsche Mieterbund NRW und viele seiner angeschlossenen Mietervereine hatten sich in der Vergangenheit bereits mehrfach kritisch zu den Abläufen bei Vonovia bei Betriebskosten und Modernisierungen geäußert. Oftmals gab es Streit wegen aus Mietersicht nicht nachvollziehbaren hohen Kosten. Nach wie vor klagen Mieterinnen und Mieter der Vonovia über Probleme bei Modernisierungen. Zu hohe Mieterhöhungen, aber auch Probleme mit Betriebskostenabrechnungen und Mängel stehen auf der Tagesordnung der Mietervereine. Die Selbstdarstellung des Unternehmens als sozialer, ökologischer und verantwortungsbewusster Vermieter wird daher als reines Marketing bewertet.

„Insofern sehen wir die jetzigen Ermittlungen als Chance, mehr Transparenz für alle zu schaffen“, meint Witzke weiter. Der DMB NRW wird das Verfahren weiterhin beobachten und steht mit den ihm angeschlossenen 48 Mietervereinen vor Ort für die individuelle Rechtsberatung zur Verfügung.

Pressemitteilung Deutscher Mieterbund NRW // 07.03.2023


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